Evangelisch und begeistert – ein starkes JA für den Glauben
Wir laden sie ein, sich die Zeit zu nehmen, den absichtlich ausführlicher gestalteten Beitrag zu diesem Gottesdienst in aller Ruhe zu lesen. Er soll das Engagement und die kostbare Zeit widerspiegeln, die die Konfirmandinnen und Konfirmanden in ihre Vorbereitung auf die Konfirmation investiert haben und soll damit auch die Wertschätzung und den Respekt für ihre beeindruckende Leistung und Hingabe zum Ausdruck bringen.

Der Präsentations-Gottesdienst am Sonntag, dem 16. März 2025, war mehr als ein bloßer Ritus – er war ein lebendiges Zeugnis des gemeinsamen Glaubens und der neugierigen Auseinandersetzung junger Menschen mit den Grundlagen ihres Glaubens. Zu diesem besonderen Gottesdienst luden die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Pfarrgemeinden Hermagor, Jenig, Rattendorf und Watschig, die Gottesdienstbesucher in das Toleranzbetaus nach Watschig ein, um den freudigen und zugleich inspirierenden Abschluss ihrer Konfirmandenzeit mitzuerleben.

Mit einer sorgfältig und aufwendigen erarbeiteten Präsentation stellten sie eindrucksvoll ihre Interpretation der 10 Gebote vor – eine Leistung, die nicht nur ihr persönliches Engagement, sondern auch ihre Bereitschaft widerspiegelte, sich tiefgehend mit den ethischen und spirituellen Herausforderungen des Glaubens und unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen. Die jungen Menschen verwoben dabei traditionelle Lehren mit modernen Perspektiven und schufen so einen inspirierenden Dialog zwischen altbewährter Weisheit und der Dynamik des jungen Lebens.
Dieser Gottesdienst öffnete einen Raum, in dem Lernen, Glauben und Gemeinschaft zu einem kraftvollen Erlebnis verschmolzen.
In einem kurzen Schauspiel entfalteten die Konfirmanden vor unseren Augen kontrastreich einen Schulalltag – zwei Seiten einer Medaille, die verdeutlichen, wie zentral die Beachtung moralischer Werte ist.

In der ersten Szene erlebten wir den Schulalltag, der von Missachtung der Gebote geprägt ist. Hier wurden ethische Richtlinien auf den Kopf gestellt: Die Schülerinnen und Schüler belogen ihren Lehrer, setzten in ihrer Frustration vulgäre Ausdrücke ein und gingen sogar soweit, einem Mitschüler die Jause zu stehlen. Diese Darstellung vermittelt eindrucksvoll, wie das Ignorieren von Geboten nicht nur zu Unaufrichtigkeit, Respektlosigkeit und Misstrauen führt, sondern letztlich auch das harmonische Miteinander in einer Gemeinschaft zerstört.
Sie macht sichtbar, dass moralische Prinzipien nicht nur abstrakte Regeln sind, sondern essenzielle Bausteine des Zusammenlebens, deren Verletzung das soziale Gefüge nachhaltig schwächt.
Im scharfen Kontrast dazu wurde uns in der zweiten Variante derselben Szenerie ein anderer Schulalltag präsentiert – einer, in dem die Gebote konsequent gelebt werden. Anstelle von Lügen überkommt hier die Ehrlichkeit den Umgang mit dem Lehrer. Flüche weichen einem respektvollen Ton, und statt eines entwendeten Snacks wird die Jause zu einem Symbol des Miteinanders und des Teilens. Diese Version des Schulalltags steht sinnbildlich für eine Gemeinschaft, in der Werte wie Wahrheit, Integrität und Rücksichtnahme nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt werden.

Es ist ein lebendiger Beweis dafür, dass die Gebote, als moralische Kompasse, einen harmonischen Alltag ermöglichen und das Zusammenleben tiefgreifend prägen können.
Das Schauspiel der Konfirmandinnen und Konfirmanden lädt zu einer Reflexion ein: Es zeigt uns, wie eng der individuelle Umgang mit grundlegenden ethischen Prinzipien mit dem kollektiven Miteinander verknüpft ist. Die Szenen verdeutlichen, dass es nicht lediglich um das blinde Befolgen von Regeln geht, sondern um die bewusste Entscheidung, Werte wie Ehrlichkeit, Respekt und Mitgefühl in den Alltag zu integrieren. Wenn diese Werte vernachlässigt werden, resultiert dies in einer Kultur der Unehrlichkeit und des Egoismus. Hingegen führt ihr konsequenter Lebenswandel zu einem Umfeld, das geprägt ist von Vertrauen und Solidarität.

Dieses künstlerisch Format regt uns an, über unseren eigenen Alltag nachzudenken und zu hinterfragen: Wie oft lassen wir es zu, dass unser unmittelbares Handeln von „kleinen Kompromissen“ beeinflusst wird? Und welche positive Veränderung könnte es bringen, wenn wir diese moralischen Leitlinien als feste Orientierungspunkte in unser tägliches Leben integrieren? Das Schauspiel ist ein Appell, den Glauben in konkrete Werte zu übersetzen und somit nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der Gemeinschaft zum Besseren zu wenden.
Die dargestellten Gegensätze eröffnen nicht nur einen Spiegel unserer alltäglichen Entscheidungen, sondern bieten auch die Chance, neue Wege zu entdecken, wie ethische Prinzipien unser Handeln und unser Zusammenleben bereichern können. Welche Rolle spielen dabei heute noch die klassischen Werte in einer modernen Gemeinschaft – und darüber hinaus im Leben der Menschen?

Mit der Übersetzung der 10 Gebote in das „Heute“, in eine Welt, die sich stetig und immer schneller verändert, versuchten unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden, die uralten Weisheiten in eine Sprache zu übersetzen, die ihre eigene Generation versteht. Sie haben die Essenz der Gebote bewahrt, aber gleichzeitig eine Brücke geschlagen zwischen Tradition und Moderne. Dabei ging es ihnen nicht nur darum, die Bedeutung der Gebote greifbarer zu machen, sondern auch zu zeigen, dass diese Prinzipien zeitlos sind und uns nach wie vor Orientierung und Halt geben können.

Bleibe immer loyal Gott gegenüber.
Treue zu Gott bedeutet, dem Glauben Raum in deinem Herzen zu geben – unabhängig von Zweifeln oder Stürmen, die dir begegnen. Es ist die Einladung, in Vertrauen und Dankbarkeit zu leben.

Lästere nicht über deinen Mitmenschen, weil das Karma lässt nichts ungestraft.
Im Zeitalter von sozialen Medien ist Respekt ein mächtiger Wert. Hinter jedem Profil steckt ein Mensch – mit Gefühlen. Lästern mag kurz befriedigen, aber wahre Stärke liegt in Mitgefühl und Fairness.

Denke an Tage, die dir am Herzen liegen.
Diese besonderen Tage – sei es ein Geburtstag, ein Jahrestag oder der Moment, den du dir für dich schenkst – erinnern uns daran, was zählt. Sie halten uns im Hier und Jetzt geerdet.

Du sollst deinem Papa und deiner Mama dankbar sein und immer hinter ihnen stehen.
Eltern sind nicht perfekt, aber sie lieben dich auf ihre Weise. Dankbarkeit und Unterstützung sind nicht nur ein Geschenk an sie, sondern auch an dich selbst.

Du sollst kein Menschenleben beenden.
Das Leben ist kostbar – nicht nur unseres, sondern auch das unserer Mitmenschen. Achtung und Schutz des Lebens sind unser Beitrag zu einer friedlicheren Welt.

Verlasse deinen Partner nicht, wenn du ihn liebst.
Beziehungen sind oft herausfordernd, doch Verlässlichkeit und Ehrlichkeit sind das Fundament für Vertrauen. Liebe wächst, wenn wir bleiben und gemeinsam wachsen.

Nehme kein fremdes Eigentum.
Ehrlichkeit hat einen unschätzbaren Wert. Indem wir Eigentum respektieren, ehren wir nicht nur materielle Dinge, sondern auch das Vertrauen in die Gemeinschaft.

Lüge nicht, irgendwann kommt alles raus.
Wahrheit ist das Fundament für jede Verbindung. Ehrlichkeit erfordert Mut, aber sie schenkt dir Freiheit und Authentizität.

Sei nicht neidisch, sondern gönne es ihnen.
Neid engt ein, Großzügigkeit befreit. Die Freude eines anderen zu teilen, lässt unser eigenes Herz wachsen.

Dein Nachbar hat ein neues Auto, freue dich mit ihm.
Wahre Zufriedenheit liegt darin, Glück nicht zu messen, sondern zu teilen. Was andere haben, kann uns inspirieren, statt uns zu entmutigen.


Der Präsentationsgottesdienst hat eindrucksvoll belegt, dass die Konfirmanden nicht nur die formalen Kriterien für die Zulassung zur Konfirmation erfüllen, sondern auch ein lebendiges Bekenntnis zu ihrem Glauben ablegen. Pfarrer Reinhard Ambrosch unterstrich diesen Erfolg in seinen Ausführungen, wobei der begeisterte Applaus der Gottesdienstbesucher klar bestätigte, dass die Darbietungen der jungen Menschen sowohl in künstlerischer als auch in spiritueller Hinsicht überzeugten.
In einer Zeit des stetigen Wandels und wachsender Ablenkungen erinnert dieser Gottesdienst daran, dass der Glaube eine lebendige Kraft ist – getragen von jungen Menschen, die bereit sind, ihre Zukunft aktiv und verantwortungsbewusst zu gestalten. Diese bewusste Hinwendung zur Spiritualität sichert nicht nur den Fortbestand alter Werte, sondern öffnet zugleich den Weg zu einer gemeinschaftlich engagierten Zukunft.



Lasst uns als Gemeinde ein kraftvolles Zeichen des Respekts und der Wertschätzung setzen, indem wir diese jungen Menschen, die „Ja“ zum christlichen Glauben und zur evangelischen Kirche sagen, bei ihrer Konfirmation am Sonntag, den 4. Mai 2025, mit einer vollen Kirche begleiten und feiern. Zeigen wir ihnen, dass ihre Entscheidung bedeutsam ist und sie auf ihrem Glaubensweg von unserer Unterstützung und Gemeinschaft getragen werden – sie verdienen einen Rahmen, der ihre Bedeutung und ihren Glauben würdevoll widerspiegelt.

Ein herzliches Dankeschön an das engagierte Team, Veronika & Reinhard Ambrosch, Angelika Schwilk und Samuel „Sammy“ Zettler, für ihre einfühlsame Begleitung und inspirierende Führung in der Zeit der Konfirmationsvorbereitungen. Dank Ihrer wertvollen Unterstützung wurde dieser Weg nicht nur spürbar bereichert, sondern auch ein gutes Stück leichter und angenehmer gestaltet.
